Prof. Dr. Christian Hesse, Ph.D. (Harvard)

Christian Hesse ist einer der bekanntesten Mathematiker Deutschlands. Eingeschult  im sauerländischen 1500 Seelen Ort Neu-Listernohl promovierte er 21 Jahre später an der renommierten Harvard University in Cambridge, Massachusetts (USA) im Fach Mathematik. Von 1987 bis 1991 lehrte er als Assistenzprofessor an der University of California in Berkeley. Im Jahr 1991 berief der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel den damals 30-Jährigen als jüngsten Professor der Bundesrepublik nach Baden-Württemberg, wo er eine Professur für Mathematik an der Universität Stuttgart antrat.


Hesses berufliche Vortrags- und Reisetätigkeit erstreckt sich über viele Teile der Welt, von St. Petersburg über die Yucatan-Halbinsel bis zur Osterinsel, von Tahiti über Dublin bis Kapstadt. Von Juli 2012 bis März 2013, von Juli 2014 bis September 2014 sowie von Juli 2016 bis September 2016 verbrachte er Forschungsaufenthalte an der University of California in Santa Barbara.


Er beriet das Bundesverfassungsgericht beim 2012er Wahlrechtsurteil, das Stuttgarter Staatstheater beim Doku-Drama „Qualitätskontrolle“ des Regie-Teams Rimini Protokoll und die US-Regierung bei daten-analytischen Fragen. 2010 errang er gegen den amtierenden Schachweltmeister, den indischen Großmeister Viswanathan Anand, bei einer Partie in Zürich ein stark umkämpftes Unentschieden.


Hesses Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Stochastik, der Mathematik des Zufallsgeschehens. Neben zahlreichen mathematischen Publikationen veröffentlichte er eine politikwissenschaftliche Arbeit über das Bundestagswahlrecht, zwei Schachbücher, eine Fibel zum Humor in der Wissenschaft sowie den internationalen Bestseller Warum Mathematik glücklich macht. Ein Kommentator nannte ihn den „vielseitigsten Wissenschaftler Deutschlands“, was dieser aber vehement verneint und sich selbst nur als unterdurchschnittlich begabt für die Konzentration auf ein einziges Thema bezeichnet.


Die Frage nach seinem Haupthobby beantwortet er mit „Wohnen“. Nebenhobbys sind Lesen, Schreiben, Schlafen, Schach. 2006 hat er darüber den in mehrere Sprachen übersetzten Bestseller Expeditionen in die Schachwelt veröffentlicht, vom Wiener Standard als „eines der geistreichsten und lesenswertesten Bücher, das je über das Schachspiel verfasst wurde“, gerühmt. Er wurde zusammen mit den Klitschko-Brüdern, mit Fußballtrainer Felix Magath, dem Filmproduzenten Artur Brauner, der Schauspielerin und Sängerin Vaile sowie dem Exweltmeister Anatoli Karpow zum Internationalen Botschafter der Schacholympiade 2008 ernannt.

 

Aus der Autoreninformation des Verlages C.H. Beck